MERCS – Eindrücke eines alten Hasen

Ich habe mit meinem guten Freund Arne kürzlich seine Partie MERCS gespielt. Arne ist ein alter Hase was TableTop-Spiele angeht und schon um viele Jahre länger dabei als ich. Daheim hat er Vitrinen voll bemalter Miniaturen unterschiedlichster Hersteller stehen. Hin und wieder als schreibt er unter seinem Nick GaiasStreiter Gastbeiträge in diesem Blog. So auch nach unserem Spiel. Viel Spaß mit den MERCS – Eindrücke eines alten Hasen.

Moin,

MERCS - Eindrücke - CCCgestern habe ich mit dem Bartender einen Versuch gemacht, in die Welt der MERCS einzutauchen. Hier nun mein Versuch, die ersten Eindrücke zu verarbeiten und Euch mitzuteilen:

Setting

Das Setting ist für meine Begriffe stimmig beschrieben, die Hintergrundgeschichte gibt ein Feeling für das Spiel vor, in der sich die Skirmishes zwischen den Söldnertrupps sogar nachvollziehbar ereignen könnten. Insgesamt ist der Tech-Level des Szenarios für eine derartige Near-Future-Welt gelungen.

Regeln

Die Regeln sind nicht besonders umfangreich, daher liegen sie mir eigentlich schon. Was der geneigte Anfänger, zu denen ich mich immer für längere Zeit nach Spielbeginn zähle, gerne übersieht, ist, dass solche Regeln gerade über die Möglichkeiten auf dem Brett an Tiefe bieten. Das ist den Entwicklern deutlich gelungen. Die Regeln bieten nach meinem ersten Eindruck Gelegenheit, ein äußerst „bewegtes“ Spiel zu spielen, bei dem das Manövrieren auf dem Spielfeld eine sehr wichtige Rolle spielt. Das bildet einen Kontrast zu ganz vielen Spielen, die ich in letzter Zeit gespielt habe. Das macht dieses Spiel besonders.

MERCS - Eindrücke - KarteMaterial

Die Spielkarten, die auch als Movement-Templates dienen, die Verwendung von 10-seitigen Würfeln, das macht dieses Spiel zu einem innovativen Spiel. Gerade die Karten, die einem jegliche Verwendung von Maßbändern und/oder Messstöckchen abnehmen, finde ich klasse gelöst. Auch die Verfügbarkeit fast aller Regeln und Templates für die Fraktionen halte ich für einen sehr großen Service, wenn auch sehr mutig vom Hersteller. Im Gespräch mit Bartender habe ich das auch geäußert, wobei er zurecht einwendete, dass ein echter TT-Enthusiast sich eher die eine oder zwei Fraktionen kaufen würde, gerade, weil es eben nicht so viele Minis sind. Ein nachvollziehbarer Punkt. Eine Gute Idee aus meiner Sicht, auch wenn ich am liebsten auf 3D-Gelände spiele, sind die Karten, die als 2D-Gelände dienen können.

Minis

Die Minis sind meines Erachtens von durchwachsener Qualität, wobei man das von fast jedem Hersteller sagen kann, wenn man sich nicht komplett in den Stil der jeweiligen Schnitzer verguckt hat. Die zwei Fraktionen, die auf dem Tisch waren, USCR und CCC, geben da m.E. ein gutes Spektrum der Qualität wieder, da die CCC sehr stimmig wirken, mit eleganten Formen und einem Design, das für mich der Story angemessen ist. Die USCR, die vom Hintergrund her eher grobe Formen bevorzugen, wirkten denn doch recht plump vom Design her. Das ist aber eine Geschmacksfrage, über die sich bekanntlich trefflich streiten ließe, machte es denn überhaupt Sinn, dies zu tun. Der Detailgrad der Minis allerdings ist durchgängig gut bis sehr gut. Die Posen sind nicht zu statisch, die Minis nach erstem Draufsehen nicht übermäßig empfindlich. Das ist insgesamt ein leichtes Plus für das Spiel.

MERCS - Eindrücke - USCR vs CCC

Spielgefühl

Das Spielgefühl muss sicher noch wachsen bei mir, da ich nach einem ersten Spiel noch nicht die volle Tiefe auskosten konnte. Insgesamt ist das Spiel jedoch sehr flüssig spielbar. Die Aktivierungsreihenfolge nach einzeln ermittelten Initiativewerten halte ich für tauglich, die Spieler gleichzeitig am Tisch zu beschäftigen. Das unübersichtliche von modernen Konflikten ist gut dargestellt und somit dem Setting angemessen. Durch die oben schon erwähnte Spieltiefe in Sachen Regeln und Taktik ist eine Ermüdung nach nur wenigen Spielen nicht zu erwarten. Für mich ist der wichtige „rote-Ohren-Faktor“, der nur entsteht, wenn die Spielsituation eine erhöhte Durchblutung der Zone zwischen den Ohren erfordert, ist gegeben. Man muss echt gut aufpassen und deutlich gut vorplanen, was man eigentlich auf dem Feld machen will und was man beim Gegner verhindern möchte.

Fazit

Das Spiel hat Spaß gemacht und nach einigem Nachdenken habe ich Blut geleckt, mich doch noch mal mit der Taktik zu beschäftigen. Bartender, das müssen wir wiederholen.

Gruß

GS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.